Frauenrechte und reproduktive Gesundheit

September 2017 starteten wir ein neues Projekt, welches vor allem für die Situation von Frauen eine erhebliche Verbesserung bewirken und Chancengleichheit fördern soll.

Unser Ziel ist es, Bewusstsein für die Tabuthemen reproduktive Gesundheit und Verhütungsmittel zu schaffen und Gewalt gegen Frauen zu verhindern. Der Zugang zu Verhütungsmitteln soll für 24.500 Kenianer-Innen eröffnet werden. Zudem wurden Anlaufstellen für Opfer häuslicher Gewalt geschaffen. Frauen werden so ermutigt, selbstbestimmte Entscheidungen in Bezug auf ihren Körper und ihre Zukunft zu treffen. Um dies zu erreichen, genügt es nicht nur Frauen anzusprechen. Alle müssen in den Prozess miteinbezogen werden, um eine nachhaltige Verbesserung zu erreichen.

Ausgangssituation:
4,4 Kinder gebärt eine Frau. Mehr als jede dritte Frau verhütet überhaupt nicht.

62

% der Männer erlauben der Partnerin keine Verhütung

68

% der Jugendlichen sind nicht sexuell aufgeklärt

61

% geben an, die Bedürfnisse eines Kindes nicht erfüllen zu können

55

% aller Schwangerschaften sind nicht geplant

Wir kämpfen für reproduktive Rechte und Frauenrechte

80 Rain Worker und 14 Rain Worker Supervisor besuchen Haushalte, beraten und geben ihr Wissen zu reproduktiver Gesundheit & Geschlechtergleichstellung weiter. Außerdem führen sie kontinuierliche Gesprächsrunden mit Schlüsselpersonen der Gemeinden, beratende Gespräche in Gesundheitszentren & Schulen und organisieren Aufklärungs-Sportevents. Sie assistieren bei der Inanspruchnahme reproduktiver Gesundheitsleistungen und verbessern so den Zugang.
Dass der Großteil unserer Rainworker im Gesundheitssystem arbeitet, schafft einen natürlichen Multiplikator Effekt. Durch ihre Ausbildung und eine finanzielle Motivation der Rain Worker ermöglichen wir der Bevölkerung Verhütungsmittel einfach in Anspruch zu nehmen. Die Einbindung von Gesundheitspersonal und
vor allem unsere Jugendzentren, eröffnen den kostenfreien Zugang zu Verhütungsmitteln. Diese sollten eigentlich in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen kostenlos zur Verfügung stehen – leider entspricht dies aber meistens nicht der Realität. Oft kann Verhütung nicht ohne Unterbrechung praktiziert werden, da deren Erneuerung vergessen wird. Mittels eines SMS-Systems werden die Klientinnen über anstehende Erneuerungen ihrer jeweiligen Verhütungsmethode informiert. Zudem wird eine Informationswebsite erstellt. Personen in der Projektregion werden über Googlesuchanzeigen, für die eine nicht zweckgebundene Förderung vorliegt, auf die Website geleitet.

Männer einbeziehen

60 ausgebildete Male Champions haben besseren Zugang zu Männern, der genutzt wird, um die Geschlechtergleichstellung und Akzeptanz von Verhütung zu fördern. Darunter sind auch fünf Vertreter religiöser Gemeinschaften, die sich in ihren Kirchen positiv für diese Themen aussprechen.

Jugendliche auf ihre Zukunft vorbereiten

54 Peer Educators sind SchülerInnen, die ausgebildet wurden und unterstützt von Rain Worker, Informationen über Pubertät und Verhütung an MitschülerInnen vermitteln. Auch 27 LehrerInnen der 27 Schulen in der Projektregion haben an den Trainings teilgenommen und organisieren monatliche „School Health Clubs“. Eine Theatergruppe setzt auf partizipatives Lernen, indem die Themen Sexualität und Verhütung in einem Theaterstück jugendgerecht vermittelt werden. Die Zuschauer können das Theaterstück durch Zwischenrufe mitgestalten. Zwölf ExpertInnen (sieben KrankenpflegerInnen, zwei Freiwillige, drei MMS MitarbeiterInnen) vermitteln ihr Wissen an Jugendliche. Dies geschieht durch die Schulung der MitarbeiterInnen von vier Gesundheitszentren und von zwei Youth Friendly Centres. Diese Zentren bieten Jugendlichen eine kontinuierliche Betreuung und dienen als sicherer Treffpunkt. Zudem können sich Jugendliche anonym über Sexualität und Verhütung informieren und Verhütungsmittel kostenlos und ohne Wissen der Gesellschaft in Anspruch nehmen. 40 Youth Advocates, welche selbst Jugendliche sind, vermitteln Wissen zu reproduktiver Gesundheit und Geschechtergleichstellung in den Gemeinden an andere Jugendliche. Außerdem bewerben sie die Youth Friendly Centres. 36 Radio Shows vermitteln unterhaltsam Wissen. Die Shows werden in der vorherrschenden einheimischen Sprache „Luo“ produziert.

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Frauen vor Gewalt schützen

16 Sexual Gender Based Violence (SGBV) Staff sind täglich in fünf Gesundheitszentren vertreten. Frauen können anonym Gewalt melden und werden untersucht. Das Personal steht beratend zur Seite und arbeitet mit exekutiven Behörden und Schlüsselpersonen der Gemeinden zusammen.
Die Hälfte des Personals bewegt sich in der Gemeinde, schafft Bewusstsein und Aufklärung über SGBV und besucht die Frauen regelmäßig um die Entwicklung der Situation zu beobachten.

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Für 15 Euro können Sie 30 Personen über reproduktive Gesundheit und Frauenrechte informieren

Das Projekt wird von der österreichischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit, dem Land Niederösterreich und vom G & H Roberts Community Trust kofinanziert.