Gewalt gegen Frauen verhindern

In Kenia ist wie in weiten Teilen Afrikas die Verfolgung von Gewalt gegen Frauen kaum gewährleistet. Von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen wird mit dem Projekt ein Ausweg geboten.

Gewalt an Frauen wird verharmlost und nur ‚bedingt‘ verfolgt

Naomi kennt ihren Mann schon lange. Seit sie sechzehn ist, steht sie an seiner Seite. Zu Beginn war alles ganz toll. Raus aus dem Elternhaus und rein in das Erwachsenenleben. Ihr erstes Kind war so süß – Die Rollenverteilung störte sie nicht. Ihr Mann arbeitete Tag für Tag und Sie war für die Kinder zuständig. Mit der Zeit verlor ihr Mann das Interesse an ihren Wünschen und Bedürfnissen. Er beteiligte sich nicht an der Erziehung, blieb länger weg, kam meist betrunken nach Hause und dann rutschte ihm auch noch die Hand aus. Der Einzelfall wurde mit der Zeit zur Gewohnheit. Eines Tages war es so schlimm, dass Naomi sich mit ihren blauen Flecken nicht mehr auf den Markt traute – „Was sollen denn die Nachbarn sagen“. Anzeigen wollte Sie ihn auch nicht. Da sie keinen Beruf lernte, überwiegte die Sorge um die Zukunft ihrer Kinder stets dem eigenen Wohl.
Als Sie nach Jahren der Demütigung und Drängen ihrer besten Freundin dann doch zur Polizei ging kehrte schnell Ernüchterung ein – Der Polizist spielte die Anschuldigungen herunter und meinte sie solle wiederkommen, wenn sie „wirkliche“ Verletzungen vorweisen kann.
Der Behördenbesuch blieb nicht ohne Folgen. Naomi bemerkte das Tuscheln, wenn Sie über den Markt ging. Auch an ihrem Mann ging das Geschwätz nicht vorbei, sodass sich Naomi in den folgenden Wochen der täglichen körperlichen Tortur ihrem Schicksal hingab und die Hoffnung endgültig verlor.

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Unser Weg Gewalt gegen Frauen zu verhindern

Naomi steht sinnbildlich für viele Frauen in Kenia. Um dem Kreislauf aus sozialen Druck, Gewalt und Schweigen entgegenzuwirken haben wir ein drei Jahres Programm gestartet, welches die Rechte von Frauen in der Gesellschaft stärken soll.
Den Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, leisten wir konkrete Hilfe.

  • In fünf Gesundheitszentren haben wir Anlaufstellen etabliert.
  • Eine Krankenschwester untersucht die Frauen, dokumentiert Verletzungen und versorgt diese.
  • Eine Vertrauensperson nimmt die Aussagen zu Protokoll.
  • In Absprache mit den Frauen werden Maßnahmen gesetzt um Lösungen zu finden. Lösungswege sind Interventionen (rechtlich, medizinisch, psychologisch), die Einschaltung von entsprechenden Behörden und Verwandten sowie ggf. Überweisung für weitere Behandlung und oder (Nach)Betreuung der betroffenen Frauen.
  • Eine wichtige Rolle spielt die psychische Gesundheit der Frau. Eine dauerhafte Vertrauensperson wird den Frauen zur Seite gestellt, an die sie sich jederzeit wenden können.
  • Damit die gesetzten Maßnahmen auch umgesetzt werden, verfügt jede Anlaufstelle über zwei ‚Paralegals‘ (RechtsberaterInnen). Diese besuchen die Frauen regelmäßig zu Hause, führen Interventionen durch und sorgen bei Behörden dafür, dass Frauen zu ihrem Recht kommen.
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Investieren Sie in Frauen und unterstützen Sie uns dabei Gewalt gegen Frauen zu verhindern!

Nur indem wir die Rechte der Frauen schützen und ihre Stimmen laut und deutlich hörbar machen kann eine grundlegende Veränderung der traditionell-/gesellschaftlichen Einstellung zu einer gerechten Behandlung von Frauen erreicht werden.

Das Projekt ist Teil unseres drei jährigen Reproduktive Health Programms, welches im Zeitraum September 2017 bis September 2020 stattfindet.
Der OEZA-Kofinanzierungsanteil (Austrian Development Agency) beträgt 36,53 Prozent.