Elisa Sarsteiner

Der eindruchsvollste Moment

Während meiner Zeit in Kenia habe ich viele unvergessliche Momente gehabt. Es ist daher schwer zu sagen, welcher der eindrucksvollste war. Beispielsweise die lachenden, winkenden Kinder als wir bei ihnen vorbei gingen, oder wenn sie begannen zu singen und ich ihre Freude und Stärke in ihrer Stimme fühlte. Jedes Mal, wenn wir zu Gast bei einer Familie waren, baten sie uns stets Essen an, obwohl sie selber fast nichts hatten. Hätten wir das Essen abgelehnt, wäre das sogar eine Enttäuschung für sie gewesen. Eine Frau hat uns auch immer als ihre Tochter bezeichnet, was mir das Gefühl gab, ein Mitglied einer großen Familie voller Liebe zu sein.

Der schwierigste Moment

Obwohl die meisten Momente in diesen zwei Monaten gute Momente waren, waren auch harte und schwierige Zeiten dabei. Nachdem es das erste Mal für mich war, so weit von zu Hause entfernt zu sein, habe ich in den ersten Tagen meine Familie und Freunde vermisst, das verging jedoch schnell. Viel schwieriger war es, als ich ein komplett verwahrlostes Kind sah und ich mich selber hilflos fühlte, weil ich nicht wusste, wie ich helfen kann. Es ging mir auch enorm nahe die schrecklichen Lebensstandards mancher Kinder und Familien zu sehen. Das schlimmste war jedoch, als ich ein krankes Kind mit Behinderungen sah und die Behandlungskosten viel zu hoch waren, um diese aufzubringen. Die Behandlungskosten einer Krankheit sind für viele Familien ein schwerer Stein am Herzen und nicht leistbar. Wenn ich an unser funktionierendes Sozialsystem denke, ist es furchtbar mir vorzustellen, dass in Kenia manche Menschen an Krankheiten sterben, die in westlichen Ländern ohne weiteres zu heilen wären.

Gesamteindruck

Zusammengefasst kann ich sagen, dass die zwei Monate in Kenia mit Make Me Smile eine unvergessliche und prägende Zeit waren. Ich habe die kenianische Art von Freude und ehrlicher Freundlichkeit erfahren, die ich nirgendwo zuvor erlebt habe. Die Menschen dort, haben die Fähigkeit mit dem glücklich zu sein, was sie haben und das Beste daraus zu machen, auch wenn es sehr wenig ist – das war einer der beeindruckendsten Erfahrungen während meines Volontariat. Ich empfehle das jedem / jeder, der erkennen will, was das Leben wert ist. Und wenn mir irgendjemand befiehlt in ein Flugzeug nach Kenia zu steigen, würde ich das in der Sekunde, ohne nachdenken machen.